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Geschichte der Kirche

evang Stadtkirche

Markante Daten zur Kirchengeschichte

1698 Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707), seiner Siege über die Türken wegen „Türkenlouis“ genannt, beruft den Franziskaner-Orden vom Fremersberg bei Baden-Baden in seine künftige Residenz.


1699 Baubeginn der Klostergebäude an der Herrenstraße


1700 Baubeginn der Klosterkirche unter Hofbaumeister Domenico Egidio Rossi, am 31.12 Bezug der Klosterräume.


1702 findet am 4. Juli die feierliche Grundsteinlegung der Franziskaner-Kirche, am 5. Juli die der Stadtkirche St. Alexander statt.


1707 nach dem Tod Ludwig Wilhelms verweist dessen Witwe Sibylla August (1675-1733), geborene Herzogin von Sachsen-Lauenburg, Hofbaumeister Rossi des Landes. Dessen Schüler Lorenzo di Sale übernimmt die Bauführung der Kirche, ändert den Grundriss und vergrößert die Fenster.

Krypta

1711 beginnen (vermutlich unter der Bauführung von Frater Abdon Oberlehner) die Arbeiten an einem größeren Chorraum mit darunterliegender Krypta.

 

1717 kann die Kirche am 30. Mai der Unbefleckten Empfängnis Mariae geweiht werden.


1771 stirbt mit Mrkgarf August Georg (1706-1771) der letzte Regent der katholischen Linie Baden-Baden; gemäß Erbvertrag von 1763 vereint Carl Friedrich von Baden-Durlach (1728-1811) die seit 1535 getrennten Markgrafschaften. Gründung einer evangelischen Gemeinde, die am 2. Januar 1773 im Schloss ihren ersten Gottesdienst feiert.


1804 Erhebt Kurfürst Carl Friedrich am 9. November die seit 1781 bestehende Hofpfarrei zur selbstständigen Stadtpfarrei.


1805 wird das Kloster aufgelöst und das Inventar versteigert. In die Klostergebäude ziehen Bezirksamt und Amtsgericht ein, die Kirche besetzten bis 1807 Napoleons Truppen. Seit 4 November 1807 Evangelische Stadtkirche


1956-58 Wiederherstellung des ursprünglichen Raumes


1985-87 Generalsanierung der Kirche, Aufstellung der neuen Orgel im Chorraum.

Rundgang durch die Kirche

Wenn der Besucher das lichte und freundliche Gotteshaus durch den Haupteingang betreten hat, so ist er bereits an zwei Symbolen barocker Frömmigkeit vorüber gegangen. Neben einem geschmiedeten Kreuz auf dem Glockenturm hat er (zumeist) das schlichte Kreuz über dem Haupteingang übersehen, das auf einer Kartusche mit den fünf Wunden Christi in einem Sprenggiebel sitzt. Die aus den Wundmalen hervortretenden Blutstropfen gleichen Trauben und weisen symbolisch auf das Wort Jesu „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ (Joh. 15, 5).

 

Aus franziskanischer Zeit stammt auch die Kanzel mit ihren wertvollen Intarsien, die Frater Abdon Oberlehner um 1717 mit den drei Altären geschaffen hat, die seit 1805 in der Kirche von Stollhofen stehen (der Hochaltar unter dem Triumphbogen war der „unbefleckten Empfängnis“, die Seitenaltäre dem heiligen Antonius von Padua und dem Ordensgründer Franz von Assisi geweiht). Den Auferstandenen auf dem Schalldeckel stiftete 1958 der Holzbildbauer Erich Klinkhof, Sinzheim. Von ihm stammt auch das Corpus des Hängekreuzes über der Gefallenentafel.

Wappen

Das Allianz-Wappen der Markgrafen von Baden-Baden und der Herzöge von Sachsen-Lauenburg brachte der Hofstuckateur Giovanni Battista Artario 1715 unter Guardian Nathanael Schefferle am Triumphbogen an. Die Franziskaner drückten damit ihren Dank für den gestifteten Baugrund und sonstige Hilfe aus – und hofften ferner auf versprochene 1000 Gulden Herrschaft.

 

Als einziges Denkmal im Innern der Kirche erhielt Hofkanzler Georg Adam Ritter von Kieningen ein Epitaph an der Nord-Wand. Der in Burkheim am Kaiserstuhl geborene Jurist war Kreisgesandter der baden-badischen Markgrafen und, wie viele andere Gönner des Klosters, in der Franziskanergruft unter dem Chorraum bestattet worden. Das Epitaph trägt im unteren Schriftfeldeine wörtliche Übersetzung der Grabplatte (1986 aus der Krypta entwendet). Kieningen ist in der Mitte des Epitaphs mit Perücke, Dreispitz und Degen unter dem Kreuz auf einem Kissen kniend dargestellt; die Himmelskönigin tritt ihm einladend entgegen. Über dem Kreuz ziehen Engel einen faltenreichen Baldachin zur Seite und geben den Blick auf das am 11. Juni 1747 von Kaiser Franz verliehene Wappen frei.

Weihnachtsfester

Das Weihnachtsfenster über der alten Orgelempore stammt aus dem Jahr 1891. Im Zuge einer Renovierung erhielt die Kirche neben neuen Fenstern auch drei neue Glocken und eine dekorative Innenbemalung.

 

Im ersten Fenster war die Geburt Christi dargestellt mit dem Wort aus Johannes 1, 14: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“. Seit 1958 sind Teile daraus in das Emporenfenster eingelassen.


Den Altar gab der Ältestenkreis 1987 bei der Stuttgarter Künstlerin Ingrid Hartlieb in Auftrag, die 13 verschiedene Holzarten zu einem Block zusammenfügte. Ebenfalls seit 1987 steht die neue Orgel aus der Werkstätte Georges Heintz, Schiltach/ Schwarzwald, im Chorraum der Kirche.

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